07.07.13

  Großes Gemeindefest in Cappel zum Jubiläum : "475 Jahre Reformation in Lippe"

           Auch die Lippische Landeszeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 8. Juli.

Ebenfalls ist ein Artikel der Lippischen Landeskirche erschienen.

 
Im Jahr 1538 fand in Cappel ein Landtag statt, in dem fast einstimmig die neue Kirchenordnung eingeführt wurde. Von "Oben" (Vom Adel) und von "Unten" (von der Bevölkerung) wurden die Ideen Martin Luthers verwirklicht. Zwar wurde nach dem Augsburger Religionsfrieden (Cuius regio, eius religio) zu Beginn des 17. Jahrhunderts vom Lippischen Fürsten der Heidelberger Katechismus eingeführt und das Fürstentum Lippe reformiert. Jedoch weigerte sich die Hansestadt Lemgo und blieb  im wesentlichen lutherisch.

Heute gibt es immer noch eine Landeskirche in Lippe mit einer lutherischen und 5 reformierten Klassen.

Zum Jubiläum hatte die reformierte Kirchengemeinde Cappel eingeladen. (Siehe Einladung).

Es folgt eine kleine Fotoausbeute vom Tage.

 

 

 




In der vollbesetzten Kirche fand um 11 Uhr der Festgottesdienst statt.
Orgel (mit wechselnden Organisten, hier Frau Anne Engelbert-Riepe), vereinigte Chöre und Posaunen aus den verschiedenen Gemeinden,  gestalteten den Gottesdienst.



Die musikalische Leitung lag in Händen von Herbert Heining.

 Die Leitung des Gottesdienstes hatte Pfarrer Hermann Donay.


Präses Michael Stadermann hielt die Predigt

Pfarrer Jörg Deppermann sprach den Segen



Nach dem Gottesdienst wurde eine Tafel an der Turmseite der Cappelner Kirche enthüllt.


Dr. med.  Ernst Leopold Prinz zur Lippe leitete die Zeremonie


 Stephan Prinz zur Lippe erläuterte die Hintergründe


Die junge Johanna Prinzessin  zur Lippe durfte die Tafel enthüllen

   

Viele Zuschauer wohnten der feierlichen Enthüllung bei!

Ein wichtiger Programmteil war das Nachstellen eines Gemäldes, das den Landtag zu Cappel darstellt.

Das Wandbild des Malers  Bruno Wittenstein befindet sich im Amtsgericht  in Detmold und entstand erst vor gut 100 Jahren.

In historischen Kostümen traten der Reihe nach Männer aus Lippe auf die Bühne im Kirchgarten, die die Personen auf dem Bild verkörpern sollten. 

Der Historiker Frank Huismann erläutere die Funktion und die Bedeutung der einzelnen Personen. 

Bei herrlichstem Wetter entstand so ein lebendes Bild vom Landtag zu Cappel im Jahr 1538 am originalen Standort!











Am Rande der Bühne eine kleine Kanone!

     

"Graf von Donop" führt ein





Einzeln werden die Teilnehmer aufgerufen erscheinen auf der Bühne


Der 10 jährige Bernhard der VIII. mit seinem Erzieher Landgraf Philipp von Hessen verfolgt das Treiben der Stände und Adeligen.

Langsam füllt sich das Bild, 

Es ist amüsant, wie sich viele Prominente in den Kostümen zur Schau stellen!


Jetzt ist das Bild komplett!

Zum VergleichDas "Original"

Weitere Schnappschüsse:



Selbst Philipp Melanchthon (rechts) trat auf!

 

Der Historiker Frank Huismann hält danach einen Extravortrag mit dem Thema: "Der Landtag zu Cappel und seine Folgen für Lippe".

Er schildert ausführlich  das Hin- und Her nach dem Landtag zu Cappel.

Mal scheint die katholische Kirche, verkörpert durch den Bischof von Paderborn, wieder Pfarrer für sich zu gewinnen, mal widersetzen sich einzelne Pfarrer den Vorschriften der neuen Kirchenordnung.

Es gibt mehrere Fortbildungen für Geistliche und Visitationen in den einzelnen Gemeinden, ob auch alle reformiert Gottesdienste feiern!

Aber schließlich können Pfarrer, nach lutherischer Lehre verheiratet, mit vielen Kindern, nicht wieder katholisch werden (und die Grafen zur Lippe können ihre überzähligen Söhne nicht mehr als Bischöfe für Paderborn  empfehlen).





Der lutherische Küster, nachdem er den Staub der Jahrhunderte
von der Bühne gefegt hatte, mit seinem Koffer, der die typisch
lutherischen Gebrauchsgegenstände enthielt (z.B. eine Kerze).

 

 

In einem kleinen humorvollem Dialog erklären  zwei Blomberger Küster von der reformierten und der lutherischen Kirche den

 "kleinen Unterschied" 

zwischen reformiert und lutherisch, gespielt von  Pfarrer Hermann Donay und Pfarrer Jörg Deppermann.

Eine großartige Darstellung, die aber die offensichtlichen Unterschiede ernsthaft rüberbrachte, aber auch das übliche Unverständnis von normalen Kirchenbesuchern gegenüber diesen verschiedenen Auffassungen.

Ein Musterbeispiel war das mitgebrachte universelle Beffchen, einst als Schonserviette unter dem Bart zu tragen, um den Talar zu schonen. Es hatte einen Reißverschluss, so dass man es, zugezogen reformiert oder, offen lutherisch, benutzen kann.

Eine Andacht beschloss den Festakt, gehalten von Pfarrer Donay.


Fotos und Text: Friedrich Storkebaum


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